REGNO DI GRAN NOVARA: Gutes in die Welt tragen - REGNO DI GRAN NOVARA

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Gutes in die Welt tragen

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Predigt vom Gran Maestri des Novarischen Ordens Corvinus am 7.2. in Monte Chiesa gehalten.


Es ist mir eine große Freude, wieder unter euch zu sein, meine Freunde, denn nun können wir gemeinsam über den Vorsatz, ein wenig Gutes in die Welt zu tragen, nachdenken. Wie ihr alle wisst, leben wir in einer Zeit, in der gerade dort, wo es am dringendsten nottäte, leider nicht viel Gutes anzutreffen ist. Nicht zuletzt deshalb, weil jene, die als leuchtendes Beispiel vorangehen sollten, dieser Pflicht nicht nachkommen.

Bevor ihr nun in mich dringt und wissen wollt, von wem ich spreche, lasst mich klarstellen, dass von uns selbst die Rede ist, ja von uns, die wir in dieser Kirche versammelt sind. Wir können nicht verlangen, dass Politiker, Geistliche und andere hohe Würdenträger vorbildlich handeln, solange wir uns nicht selbst frohen Herzens in den Dienst des Gutes stellen. Und nicht einmal dann dürfen wir uns zu Richtern aufschwingen.
Die Einzigen, auf die wir bedingungslos einwirken können, sind wir selbst. Nicht unsere Ehefrauen oder Ehemänner, nicht unsere Kinde, Angehörigen oder Freunde, Arbeitskollegen oder die Politiker, denen wir unsere Stimme gegeben haben. Natürlich dürfen wir ihnen unsere Meinung sagen und uns auch beklagen, wenn sie unserem Empfinden zuwiderhandeln. Wir können über unsere Nachbarn lästern, aber ihr Verhalten beeinflussen können wir nicht, jedenfalls nicht im positiven Sinne. Gutsein lässt sich nicht erzwingen: Auf störische Menschen kann man schließlich nicht mit dem Stock einprügeln wie auf einen Esel oder ein Pferd.
Gewiss, manches lässt sich mit Druck erreichen: So können wir Kinder dazu bringen, ihre Hausaufgaben zu machen, pder Menschen für karitative Zwecke mobilisieren. Aber was passiert, wenn wir den Prügel wegstecken? Spenden die Leute dann immer noch? Und machen die Kinder weiter ihre Hausaufgaben?
Letztlich werde wir nur uns selbst dazu bewegen, Gutes zu tun, weil jeder nur sich selbst davon überzeugen kann, Gutes tun zu wollen.

Ich bitte um Nachsicht, meine Freunde, wenn ich mit dieser Binsenwahrheit eure Intelligenz beleidige. Aber es ist und bleibt eine Wahrheit, die - eben weil sie so selbstverständlich ist - leicht, ja allzu leicht übersehen wird: Wir können einen anderen Menschen in seinem Willen nicht beeinflussen.

Viele hier Anwesende denken nun bestimmt: Er hat leicht reden. Und ich gebe euch recht, ja ich gehe sogar noch weiter: Wer sich nur hinstellt und dazu aufruft, Gutes zu tun, der macht es sich zu leicht. Etwas anderes dagegen ist ungemein schwer, nämlich zu erkennen, was überhaupt gut ist. Diejenigen von euch, die studierter sind als ich, wissen natürlich, dass die Philosophen darüber seit Tausenden von Jahren gestritten haben und immer noch streiten. Doch während die Philosophen sich befehden und kluge Abhandlungen verfassen, können wir - ihr und ich - mit dem Herzen begreifen, was gut sein bedeutet. In dem Moment, wo wir etwas sehen oder hören, spüren, ja wissen wir, ob es gut ist oder nicht.

Es steht mir nicht zu, euch darüber zu belehren, was gut ist und was nicht. Aber ich versichere euch, dass das Gute einem jeden bereichert, denjenigen, der es empfängt, ebenso wie den, der es vollbringt. Nicht mit irdischen Gütern wie einem größeren Haus oder einem schnelleren AUto, sondern kraft der Gewissheit, das Gute in der Welt ein Stück vermehrt zu haben. Beide, Geber wie Empfänger, gehen glücklich und beschenkt aus dieser Erfahrung hervor und werden es im Leben leichter haben.
Gutes tun, das ist unser Leitsatz, der sich schlicht auf Nächstenliebe und Herzensgüte stützt. Wir, die wir hier im Geiste Christi versammelt sind, finden unsere Vorbilder in den Evangelien, den Seligpreisungen und darin, was Jesus Christus uns durch sein Wirken in der Welt vorgelebt hat.

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